Jahresabschiedstour 2008

Aufgrund der Verletzungen von Jonas und Michl in diesem Jahr war das Jahr nicht geprägt von gemeinsamen Touren. Michl und Jonas starteten die Alpenüberquerung von München nach Venedig, Michl musste aber verletzungsbedingt nach zwei Tagen aufgeben, Jonas hat die Tour nach vier Tagen, als er bereits in Innsbruck war, beendet. Mit Michl war ich auf dem Großen Moosstock, mit Jonas und anderem im Frühjahr auf dem Chavalatsch. Meine häufigste Begleitung dieses Jahr war meine Freundin Petra, mit der ich so manche Runde gemacht habe. Mit meinem Arbeitskollegen Marco war ich zweimal unterwegs, alleine einmal.

Nun, einer zweitägigen Abschiedstour stand dennoch nichts im Wege, und so fand sie dieses Jahr wieder am 29. und 30. Dezember statt. Es handelte sich wie letztes Jahr um eine Schneeschuhwanderung mit einer Übernachtung auf einer Almhütte. Die Tour sollte uns von Schlinig über den Watles zum Reschener Schigebiet Schöneben führen. Michl war dieses Jahr verhindert, so starteten Jonas und ich am 29. gegen 11 Uhr in Schlinig. Nachdem wir auf dem Parkplatz fast von einer Duftwolke eines anliegenden Misthaufens außer Gefecht gesetzt wurden und uns Informationen zum Weg von einem Ansässigen geholt hatten, legten wir uns die Schneeschuhe an und tappten Richtung Watles.

Die 750 Höhenmeter hatten wir bereits nach zwei Stunden überwunden, die Schneeverhältnisse waren ideal, und oberhalb der Waldgrenze gingen wir geradewegs hinauf zu der Bergstation des oberen Liftes des Schigebiets von Watles. Dort nahmen wir uns unser Mittag ein und starteten weiter über den Grat Richtung Graun. Hinter dem Schigebiet Watles liegt das Zerzertal, in dem die angepeilte Oberdörfer Almhütte liegt. Zwar hatte mir Uli, Gerds Bruder, die Brugger Alm nahgelegt, aber da wir ursprünglich das Tal hinter der Kircher Alm, die neben der Oberdörfer Alm liegt, begehen wollten, entschieden wir uns eben für diese Oberdörfer Alm. Nachdem wir also dem Grat gefolgt waren, weil ein direkter Abstieg aufgrund der steilen Schneehänge nicht ratsam war, stapften wir Richtung Talboden, und von dort weiter zur Oberdörfer Alm. Wir waren früher als erwartet dort, bereits gegen 16 Uhr. Wir schauten uns die Hütte an und empfanden sie als genügend einladend um zu übernachten. Vor dem Einquartieren allerdings schauten wir uns noch die Kircher Alm an, welche jedoch geschlossen war, da Privatbesitz.

So machten wir uns in der genannten Alm breit, feuerten den Herd in der Küche ein und merkten bald, dass man den Raum kaum so aufheizen konnte wie letztes Jahr die Trada-Alm. Es zog an allen Ecken und Enden, und so kühlte die Zugluft schneller den Raum ab als der kleine Herd ihn zu erwärmen vermochte. Nachdem wir uns einen halben Kilo Penne lisce in geschmolzenem Schneewasser gekocht und dazu Sugo all’Arrabiata (mit Mais und Thunfisch) gemacht hatten, tranken wir literweise Tee und redeten über dies und das, schürten und feuerten, damit der Raum bis in der Früh nicht komplett auskühlte, und legten uns schließlich gegen Mitternacht auf die in der Küche zusammengeschobenen Bänken in die Schlafsäcke. Mehr oder weniger ab diesem Zeitpunkt fing ich an zu kalt zu haben. Wie am nächsten Tag erfahren, ging es Jonas nicht besser. Der Tee zwang mich zudem dreimal, in der Nacht aufzustehen, in Unterwäsche in die Bergschuhe zu steigen und in die Nacht hinauszutreten um mich der überschüssigen Flüssigkeit zu entledigen. Je näher dem Himmel man die Nacht verbringt, um so mehr Sterne werden sichtbar. Auf ~2000 Hm merkt man schon einen deutlichen Unterschied zu der Vielfalt der Sterne, die man auf 500 oder 1000 Hm sieht. Ein wunderbarer Anblick. Nachdem wir die Nacht also durchgefroren waren und am Morgen das abends zuvor verdunstete Wasser an den Fensterscheiben gefroren interessante Gebilde formte, ging das Feuern in den Ofen weiter, wir mussten uns von dem Schneewasser ja Tee für den Tagesverlauf zubereiten.

Gegen 11 bekamen wir Besuch von Uli, der eine Schitour mit einem Kollegen auf den Watles unternahm. Sie setzten sich zu uns in die inzwischen gewärmte Küche der Alm, wir plauderten ein wenig und die beiden starteten ein halbes Stündchen später. Um 12:11 verließen auch Jonas und ich die Hütte und stapften Richtung Brugger Alm. Dort schauten wir uns die Räume an und empfanden sie als ähnlich der von uns gewählten. Danach stiegen wir wieder auf 2200 Hm an und kamen gegen 14:00 auf der Haider Alm (Schigebiet – Bergstation) an. Nach einer Teepause, bei der auch die meiste Nahrung verspeist wurde, gingen wir weiter Richtung Schönebener Alm. Während wir zuerst einem Forstweg folgten, ging es später nur mehr querbergein. Wir verloren die Markierungen, kamen aber dennoch im Schigebiet Schöneben an, als es dunkel wurde. In der Dunkelheit stiegen wir der Liftschneise entlang ab. Diesen Teil fand ich am anstrengensten, da die Füße in den Schneeschuhen immer nach vorne rutschten und die Zehen gegen den Bergschuh drückten. Ziemlich genau sechs Stunden nach unserem Start kamen wir an der Talstation von Schöneben an, zeitgleich mit meinem Bruder Tobias und seiner Freundin, den wir gebeten hatten, uns abzuholen, da wir das Auto tags zuvor in Schlinig abgestellt hatten. Abends war ich bei Bernadette zu Tee und Marende eingeladen, bevor ich gegen 20 Uhr 30 Richtung Frangart startete. Danke Jous für die schöne Tour und Berg Heil! Fotos hier!

Karte der FirmaTabacco ® mit eingezeichneter Route:

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