Jakobsspitze (2741m)
Am Samstag, 23. Mai, war ich im Sarntal unterwegs. Petra betreute Vormittag ihre Schulklasse beim Tag der offenen Tür des Zivilschutzes auf dem Ritten, wo sich das Militär, das weiße Kreuz und die Feuerwehr präsentierten. So fuhr ich um 7:30 nach Durnholz, um Richtung Jakobsspitze zu starten und um am Nachmittag wieder zurück zu sein. Bereits beim Start am Durnholzer See bot sich mir eine wunderschöne Landschaft, mit einem dunkelgrünem Bergsee (Durnholz liegt auf etwa 1500m) zwischen Bergrücken, im Hintergrund der für Südtirols Dörfer typische über andere Gebäude ragende Kirchturm, der Himmel strahlend blau und die Luft rein und frisch. Nach eineinhalb Stunden stand ich auf dem Telljoch (2500m) und aß einen Pfirsich. Der Wind bließ, aber dennoch war es warm genug für kurze Hosen und T-Shirt. Ich betrachtete die menschenleere Landschaft, einzig eine Straße, die zu einer Alm führte, zeugte von unmittelbarer Zivilisation. Im Hintergrund erkannte ich den Berg, hinter welchem der Radlsee liegt. In Mulden und schattigen Flecken hielt sich noch Schnee, ansonsten säumten Bäume und Weiden das Tal. Ich folgte dem 5er Steig weiter hinauf zur Jakobsspitze, dessen Gipfekreuz vom DAV 1982 aufgestellt wurde. Laut Gipfelbuch war an dem Tag bereits ein Bergsteiger oben, mit den Schiern, die er hinauf getragen hatte, um danach bis zu einer Almhütte abzufahren. Ich verweilte etwa 20 Minuten auf dem Berg, im Gipfelbuch schmökernd und die Berglandschaft genießend. Dann macht ich mich auf, um den Berg über den 12er Steig wieder zu verlassen. Der gewünschte Steig kam aber erst einige Zeit später wieder in Sicht, auf dieser nördlichen Seite des Berges lag nämlich noch genügend Schnee, um ihn nicht zu finden. So lief ich über das Schneefeld bis in Lagen, in denen die Sonne und die Wärme des Tales den Winter schon besiegt hatte. Murmeltiere pfiffen aus Angst und stellten sich neben den Höhleneingang, als sie mich sahen. Aus Neugier versteckten sie sich nicht, sondern stellten sich auf die Hinterfüße und beobachteten die Umgebung. Kurz nach den Schneefeldern floss das Schmelzwasser in Strömen talauswärts, entgegen kamen mir jedoch Schwälle von warmer Luft, die sich auf Wiesen und in Wäldern mit unverwechselbaren Düften bereichterten. Abwärts neige ich dazu, in einen Laufschritt zu verfallen, so, wie nach getaner Arbeit nach Hause zu kommen, und so hüpfte und lief ich erst einen Waldweg, dann einen Schotterweg zwischen Vergissmeinnicht-Feldern und bunten Wiesenblumen entlang, immer in Begleitung des Schmelzwassers, dessen Lauf mich von der Flagger Scharte bis zum Auto begleitete. Gegen 14:00 musste ich leider wieder zurück Richtung Stadt.
Natürlich habe ich ab und zu angehalten, um ein Foto zu knipsen.




