Tschigat (2998m)
Gefordert haben mich am Samstag die 2730 Höhenmeter der Bergtour auf den Tschigat, welcher oberhalb von Meran liegt und eine wunderbare Aussicht bietet. Der Tschigat ist in einigen Karten und im Gipfelbuch mit 3000m angegeben, in anderen aber mit 2998m. Auf diese zwei Meter kommt es in der Tat aber nicht mehr an. Eigentlich wollte ich die Tour mit Michl und Jonas machen, welche mir aber aufgrund des schlechten Wetters in der Früh absagten. Da ich zum Zeitpunkt der Absage aber bereits unterwegs war und mir das Wetter zwar nicht prächtig, aber auch nicht schlecht genug schien um die Tour abzusagen, unternahm ich sie alleine.
Ziemlich genau um 7 startete ich mit dem Mountainbike und Bergrucksack Richtung Meran, und obwohl über dem Tschigat Wolken hingen (man kann ihn vom Radlweg aus gut beobachten, wie er immer näher kommt, radelte ich eine zeitlang in der Morgensonne. Der Plan war, soweit es geht mit dem Rad zu fahren und den Rest zu Fuß zu wandern. So kam ich nach etwa 3 Stunden, 40km und 900 Höhenmetern mit dem Rad beim Kienegger (oberhalb Vellau) auf 1100m. Laut Karte war für mich hier ein geeigneter Platz, Rad- gegen Bergausrüstung (Hosen und Schuhe) zu tauschen. Um 10:20 startete ich von dort Richtung Hochganghaus (1839m), wo ich mir eineinhalb Stunden später einen großen Holundersaft und ein mitgebrachtes Käsebrot gönnte. Das Wetter war zwar nicht blendend, aber zuversichtlich startete ich nach 20 Minuten Pause Richtung Hochgangscharte. Der Weg ist gut markiert und ausgetreten, ich nach einer kurzen Flaute wegen des Mittagmahls wieder fit und so konnte mir ein Schauer auch nicht die Aufstiegslaune verderben. Schnell waren mir und dem Rucksack der Regenschutz übergezogen und der Aufstieg fortgesetzt. Der Kamin war meine gewählte Route, vor allem weil sie die kürzere war als jene über das Halsljoch. Nachdem ich den Milchsee passiert hatte, befand ich mich bereits zum Einstieg in den Kamin. Außerdem sah ich eine Gruppe Bergsteiger im unwegsamen Gelände in der Flanke rechts von mir. Weg war dort jedenfalls keiner, aber es war eine größere Gruppe, so beobachtete ich sie nicht weiter (beim Abstieg sah ich sie auch nicht mehr). Nachdem ich durch den Kamin teilweise gekraxelt war, stand ich um 15:10 endlich am Gipfelkreuz. Durch den Kamin zogen Nebelschwaden herauf, aber die Wolkendecke riss auf und gab einen herrlichen Blick auf das Untervinschgau, den Andelsboden, die Mutspitze, den Langsee und das Burggrafenamt frei. Die Fernsicht war aufgrund trüber Luft nicht berauschend, was mir den Gipfelerfolg aber nicht vermiesen konnte. Nach einer Packung Manner Kekse und viel Wasser, einer Eintragung ins Gipfelbuch und ein paar Fotos startete ich auch schon abwärts. Ich hatte vor, bei Einbruch der Nacht zu Hause zu sein. So eilte ich um 15:45 erst durch den Kamin, dann über die Hochgangscharte zum Hochganghaus hinunter, trank dort wiederum einen großen Holundersaft und war nach ziemlich genau 3 Stunden wieder beim Fahrrad. Die Kraft ließ nach, und die Strecke Meran-Bozen mit dem Fahrrad ist nicht besonders aufregend. Ab Vilpian fuhr ich zudem in der Dunkelheit. Um 20:45 saß ich in einer Pizzeria, gleich neben der Wohnung, bestellte mir eine Diavola zum Mitnehmen und trank in der Wartezeit ein Bier.
Ein paar Fotos als Eindrücke gibt es hier.
