Posts tagged ‘Berge’

Tschenglser Hochwand

Neuer Sonntag vorbei, neuer Berg erklommen. Dieses Mal waren Jonas und ich auf der Tschenglser Hochwand. Da wir nicht vorhatten, noch weitere Gipfelbücher aus der Nähe zu sehen, sollte es ein ruhigerer Sonntag werden als jene zuvor. So trafen wir uns auch erst gegen dreiviertelneun, als die Gläubigen in der Kirche den frommen Worten des Predigers lauschten, und fuhren von Stilfs nach Sulden, wo wir das Auto parkten, unsere Bergschuhe anzogen und gen Kanzel Bergstation marschierten. Der erste herzschlagerhöhende Ausblick erwartete uns bereits nach etwa einer halben Stunde, als uns zwischen den vom Herbst gefärbten Bäumen das Dreigestirn (Königsspitze, Zebrù und Ortler) entgegenleuchtete. Das Wetter war, wie man es sich schöner nicht wünschen könnte. Kein Wölkchen, fast kein Lüftchen, saubere und frische Luft und weder zu warm noch zu kalt. Auf der Düsseldorferhütte machten wir das erste Mal Rast, tranken Tee und aßen etwas, bestaunten die Berge und bedauerten den steten Rückgang der Gletscher. Die Route hatten wir gewählt, weil wir einen Klettersteig begehen wollten,was für uns beide das erste Mal war. So wurde unser Jungfernaufstieg über den neuen Klettersteig umso interessanter. Wir hatten uns natürlich Helm und Klettersteigsets mitgenommen, die erforderlich waren, vor allem der Helm, da man teilweise an geraden Wänden vorbeigehen mussten, von denen wegen des brüchigen Gesteins gerne mal ein Steinchen (oder Stein) herunterfallen hätte können. Die Helme blieben aber ganz. Und wir auch. Kurz vor zwei gelangten wir an den Gipfel, wo zwei andere Bergsteiger gerade zum Abstieg aufbrachen. Das waren übrigens die einzigen Menschlein, die wir auf der Tour sehen sollten. Da die Sonne schien, kein Lüftchen wehte und wir keine Hektik verspürten, legten wir uns nach dem Mittagsmahl auf 3373m in die Sonne und genossen die Ruhe und die wärmende Herbstsonne. Hätte sich die Erde nicht unaufhaltsam weitergedreht, so wäre ich wahrscheinlich immer noch oben… Nach kurzem Stöbern im Gipfelbuch (bei dieser Größe eher Gipfelbibel) und ein paar Fotos starteten wir wieder Richtung Tal, den Normalweg nehmend, damit wir über den auch reden konnten. Abwärts verließ uns die Sonne etwa eine Stunde vor dem Erreichen des Autos gegen 18:50. Ein schöner und erholsamer Tag neigte sich dem Ende zu. Wüssten mehrere oder gar viele die Ruhe auf dem Berg zu schätzen, so gäbe es diese nicht mehr.

An diesem Tag hatte ich auch das erste Mal meine neuen Bergschuhe an, bisher war ich immer mit Sicherheitsschuhen für die Baustelle unterwegs. Sie sind sehr fein zu tragen, haben einen super Halt auf den Felsplatten und halten warm und wasserdicht.

Scarpa Triolet GTX

Scarpa Triolet GTX (bezogen über Schuhe Sport Veith, Mals :-) )

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Schlinig – Lü

Gestern haben Jonas und ich eine weitere, vielleicht die abschließende Sommertour (ja, ich weiß, wir haben bereits Herbst) gemacht. Diesmal sollte es von Schlinig auf den Föllakopf gehen. Dann wollten wir weiterschauen. Wir starteten erst spät, da wir nicht vorhatten, uns zu verausgaben. Dass es eine unserer längeren Touren wurde, merkten wir auch erst etwas später :-) Und warum wir zwischen Föllakopf und Munpitschn so lange brauchten, ist bald erklärt. Der Rucksack von Jonas verlor nämlich das Gleichgewicht (in Dialekt Übergewicht ;-) ) und kugelte (ultnerisch: scheipate) schätzungsweise 150 Höhenmeter Richtung Arundatal. Den Rucksack galt es natürlich zu holen, so stiegen wir ab, um das vermutete Massaker im Inneren des Rucksacks zu begutachten. Unglücklichweise war der Himbeersaft in einer unflexiblen Hartplastikflascheabgefüllt, die bei dem minutenlangen hinunterkullern ihren Daseinszweck vergaß und brach. Somit war das Innere des Rucksacks in Himbeersaft getränkt, vom Brot bis zum Fleece und den Handschuhen. Die Thermoskanne hatte den Sturz unbeschadet überstanden, aber da wir wolkenloses Wetter hatten und an die 8-9 Stunden in der Sonne gingen, wäre die kühle Flüssigkeit auch von Nöten gewesen. Nun, ich hatte 1,5 Liter mit, und während der Tour wollten wir schon noch beim einen oder anderen Bergwässerchen vorbeikommen. Auf jeden Fall war der Großteil von Jonas’ Speisereien dahin, 2 Bananen und ein Apfel blieben ihm heil. Am Rucksack konnte man außer der Feuchtigkeit und etwas Dreck nicht viel ausmachen. Gute Schweizer Mammut-Qualität, muss man erwähnen. Ich versprach ihm, mit Wasser und Brot auszuhelfen. Ein Stündchen etwa verloren wir durch den Umweg in das Arundatal. Auf der Tour gab es immer wieder kleinere Kletterpassagen, die wir, teilweise auch suchend, gerne mitgenommen haben. Der Ausblick war, vor allem vom Muntpitschen, einfach herrlich. In Lü wurden wir gegen 21:15 von meinem lieben Vater abgeholt, der uns nach Schlinig zum Auto fuhr. So waren wir gegen 22:00 zu Hause.

Nachstehend unsere Route:

1. Schlinig, 1700 m, 8:30
2. Sesvennahütte, 2250 m, 9:30
3. Föllakopf, 2909 (oder 2878) m, 11:00 (Holbmittog)
4. Muntpitschn, 3162 m, (Foratrida haben wir auch ‘mitgenommen’), 13:45 (Mittog)
5. Piz Sesvenna, 3204 m, 16:00
6. Piz Plazer, 3104 m, ~16:30
7. Almhütte v.d. Pass da Costainas, 2251 m, ~19:00
8. Lü, Schweiz, 1920 m, 20:45
Route Schlinig-Lü

Bilder gibt es hier!

Auf dem König 2

Hallo! Aus Zeitmangel ein etwas verspäteter Bericht über meine zweite Ortlerbesteigung am 23.09.07. Da zwei Wochen vorher die Ortlerbesteigung von der Payer-Hütte etwas zu einfach war und drei Bekannte am 23. auf den Ortler wollten, trug ich mich gleich in die Liste der Teilnehmer ein. Zu viert sollte es von Stilfs aus mit dem Rad nach Sulden gehen, dann über Tabaretta und Payerhütte auf den Ortler und diesselbe Strecke wieder zurück. Gesagt, geplant, getan, am Sonntag trafen wir uns um 3, als andere noch betrunken vor der Taverne Ladum (hat keine Website) herumlungerten, in Stilfs. Zu dritt starteten wir mit dem Rad, um in einer Stunde die 9km, 500 Höhenmeter mit durchschnittlich 13% Steigung, in Sulden anzukommen. Ich fiel auf der Strecke etwa 10 – 15 Minuten zurück, da ich das doch recht zügige Tempo von Jonas und Thomas nicht halten konnte. Der Vierte, Michael, fuhr mit dem Auto und unseren Bergschuhen, Bergkleidungen und Rucksäcken zu dem Treffpunkt in Sulden. Um halb 5 starteten wir dort, mit Stirnlampen Richtung Tabaretta-Hütte, wo wir dann auch gegen 6:15 ankamen. Gestärkt durch Tee und Müsliriegel ging es dann weiter Richtung Payer-Hütte, die wir kurz nach 7 erreichten. Die Bergsteiger, die in diesr Hütte übernachtet haben, waren bereits aufgebrochen. Das Radfahren hatte meine Unterschenkel schon in Anspruch genommen, und sie meldeten sich hier bereits mit einem Ziehen. Nun gut, nach einer erneuten Stärkung mit Ei, Tee, Riegel und Schoko ging es weiter, zuerst ohne Steigeisen und Seilschaft, dann mit. Beim Aufstieg überholten wir einige ängstliche Touristen, die vom Bergführer auf den Ortler geführt wurden. Da wir zu dem Zeitpunkt noch nicht zusammengeseilt waren, konnten wir an ihnen vorbei und so zeitraubendes Herumwarten vermeiden. Gegen 10 und für mich mit einigen Strapazen verbunden (wegen meiner Unterschenkel) kamen wir auf dem Gipfel an. Dort häufte sich dann auch die Anzahl anderer Ankömmlinge, sodass es mir wie auf einem Fest vorkam. Die Aussicht diesmal war allerdings um vieles besser als beim ersten Mal, weshalb sich die Mühe doppelt gelohnt hat. Nach dem ausgiebigen Gipfelmahl verließen wir die 3905 Meter wieder und gingen im zügigen Tempo zur Payerhütte zurück. Dort, es müsste 14:00 gewesen sein, tranken wir einen großen Radler bzw. Apfelsaftschorle. Nachdem des Aufwärtsgehen zu Ende war, spürte ich von der Erschöpfung beim Aufwärtsgehen in den Beinen nichts mehr, auch am nächsten Tag hatte ich keinen Muskelkater, was mir dann doch etwas merkwürdig erschien. Unterwegs tranken wir auf der Tabaretta Hütte noch einen Cappuccino bzw. Apfelsaft, bevor wir gegen 17:30 am Auto und bei den Rädern ankamen. Gegen 18:00 waren wir dann auch in Stilfs, wo wir bei unserem Chauffeur (oder Schofför) bei einem Bierchen und einem Schlüsselblumentee den schönen Tag betranken. Nur Thomas war nicht mehr dabei, er wollte noch ein weiteres Stückchen mit dem Rad fahren, um die Muskeln zu lockern. Es war ein anstrengender, aber dennoch schöner Tag, an dessen Abend ich gut und gerne eingeschlafen bin. Nach 22 Stunden auf den Beinen ist aber schon öfter jemand müde geworden :-) . Heil die Berge!

Fahr-/ Gehzeit inkl. Pausen: 15 Stunden

Höhenmeter: Rad: ~500 Zu Fuß: ~2000

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Berg Heil

Am Samstag war ich auf dem Glurnser Köpfl, den Berg, der sich gegenüber meinem Zuhause in die Höhe streckt. Mit 2395 m ist er einer der niedrigeren hier, und deshalb gerade recht, um mit dem Bergsteigen zu beginnen. Bisher hatte ich nie Lust, mich in die Höhe zu quälen, aber letzte Woche war es soweit. Ich wollte alleine gehen, damit ich niemanden hinterherlaufen und auf niemanden warten musste. So konnte ich so schnell/ langsam gehen wie ich wollte und rasten und herumschauen wann und wie lang ich Lust hatte. Um neun bin ich gestartet, nach 4 Stunden (1300 Höhenmeter) war ich am Gipfelkreuz. Runter schaffte ich es in der halben Zeit. Das Wetter war perfekt, Sicht soweit es die Alpen zuließen. Keine Menschenseele war unterwegs, tierische habe ich auch kaum gesehen. Ein Eichhörchnchen (Oacherle) und ein paar Vögel waren alles, allerdings musste ich mich auch auf den Steig konzentrieren, so bin ich durch das Blickfeld manch wäldlichen Bewohners gewandert. Die Aussicht auf dem Gipfel war die Strapazen wert, schon hinaufwärts bekam ich nasse Füße, da die letzten 100 Höhenmeter durch den Schnee zurückgelegt werden mussten. Aber die Luft war für Jännerverhältnisse warm, so brauchte ich die Mütze nur wegen dem Gipfelwind und die Handschuhe, da ich mich immer wieder im Schnee abstützen musste. Die Bergsteigerlust wurde jedenfalls geweckt, und ich werde kommendes Wochenende wieder auf einen steigen.

Glurnser Köpfl – Bilder